Vorzeitiger Blasensprung

Bei einem vorzeitigen Blasensprung reißt die Fruchtblase, die das Kind im Mutterleib umgibt nicht kurz oder während der Geburt, sondern einige Zeit vor dem errechneten Geburtstermin. Das Fruchtwasser geht dabei schwallartig oder tröpfchenweise ab, je nachdem wie gross der Riss ist und wie der Fötus liegt. Manchmal kann es auch zu einem Abgang kleiner Mengen Urin kommen. Ein vorzeitiger Blasensprung ist ein Notfall und bedarf einer sofortigen ärztlichen Untersuchung. Durch den vorzeitigen Blasensprung können Wehen ausgelöst werden, wodurch es zu einer aufsteigenden Infektion und einem erhöhten Risiko für eine Früh-und Fehlgeburt kommen kann. Keime die normalerweise in der Scheide sind, können innerhalb weniger Stunden die Eihäute und die Plazenta infizieren und zur Gefahr für Mutter und Kind werden.

Der Arzt führt zur Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs eine Untersuchung mit dem Spekulum durch. Das Gerät wird zur Spreizung der Scheide eingesetzt und um den Fruchtwasserabgang im Gebärmutterkanal zu sehen. Mittels eines pH-Indikatorpapiers bestimmt er den pH-Wert der abgehenden Flüssigkeit. Das Fruchtwasser lässt sich so vom Urin unterscheiden. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Nach der Diagnose eines vorzeitigen Blasensprungs untersucht der Arzt die Frau nach einer möglichen Infektion der Eihaut, der Plazenta, der Fruchtblase oder des Fötus. Eine Infektion kann durch verschiedene Erreger wie beispielsweise Streptokokken hervorgerufen werden.

Eine Therapie des vorzeitigen Blasensprungs richtet sich nach der Schwangerschaftswoche und erfolgt mit enger Absprache der Eltern. Ziel der Ärzte ist es die Entbindung so lange wie möglich hinauszuzögern, damit sich das Ungeborene im Mutterleib schonend entwickeln kann.

Liegt keine Infektion vor, wird bei einem vorzeitigen Blasensprung vor der 24. Schwangerschaftswoche zunächst abgewartet. Wichtig ist vor allem Bettruhe für die werdende Mutter. Der Arzt überprüft regelmäßig das Blut, um sicherzustellen, dass keine Infektion auftritt. Außerdem werden regelmäßig die Fruchtwassermenge und die Vitalität des Babys untersucht. Eine Antibiotika-Therapie kann eventuell ab der 20. Schwangerschaftswoche sinnvoll sei, um einer Infektion vorzubeugen. Bei Komplikationen die in der Entwicklung des Kindes liegen oder tritt eine Infektion auf, muss die Schwangerschaft unter Umständen abgebrochen werden. Liegt eine Infektion vor, wird eine Geburt erst ab der 23. Schwangerschaftswoche eingeleitet.

Ereignet sich ein vorzeitiger Blasensprung zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche und besteht keine Infektion, wird ebenfalls unter Bettruhe abgewartet. Auch hier erfolgen regelmäßig Blutkontrollen. Die schwangere Frau erhält wehenhemmende Medikamente und Antibiotika. Erleidet die Schwangere eine Infektion leitet der Arzt unter einer Antibiotika-Therapie die Geburt ein.

Tritt ein vorzeitiger Blasensprung nach der 24. Schwangerschaftswoche ein und besteht keine Infektion, leitet der Arzt die Geburt nach 12 bis 24 Stunden ein. Zudem erfolgt bis zur 23. Schwangerschaftswoche eine Therapie mit Antibiotika.

Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto besser sind die Überlebenschancen für das Ungeborene.

Vorbeugen kann man einen vorzeitigen Blasensprung, in dem man während der Schwangerschaft schädliche Faktoren wie Alkohol und Rauchen vermeidet.

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3 Kommentare zu “Vorzeitiger Blasensprung”

  1. Meine Erfahrungen stimmen total mit Deinen ueberein. Ich lese schon einige Zeit, deine Beitraege und manchmal kann ich Dir voll zustimmen, bei dem was Du postest. Glaub mir, das ist nicht oft so, dass es mir bei einem Verfasser so geht. Sag mal wo erhaelst Du Deine Infos her?

  2. […] öffnet. Meist zwischen dem 4. und 6. Schwangerschaftsmonat kommt es völlig überraschend zu einem Blasensprung mit nachfolgender […]

  3. […] Weiterführender Link: http://gesundefrau.de/2010/02/vorzeitiger-blasensprung/ […]