Die Aids- Waisen von Afrika

Waisenkinder erleiden ein hartes Schicksal: die für sie am wichtigsten und prägendsten Menschen, ihre Eltern, sind nicht da und können sie nicht durch die Welt begleiten um ihnen beim Heranwachsen nicht die Liebe und Hilfe geben die sie brauchen. Wurden Waisenkinder in Afrika früher häufig durch ihre Großfamilie aufgefangen, leben heute viele von ihnen ausgestoßen mit dem Stigmata an Aids gestorbener Eltern. Häufig sind sie auf sich allein gestellt.

Seit ihrer Entdeckung vor ziemlich genau 30 Jahren hat sich die Aids- Krankheit weltweit wie eine Seuche ausgebreitet und ein Heilmittel ist noch nicht in Sicht. Von den heute schätzungsweise 42 Millionen mit dem HI- Virus infizierten Menschen kommen nach Schätzungen der UN mehr als zwei Drittel in Afrika. Als eine der direkten Folgen leben heute schätzungsweise 14,9 Millionen Kinder deren Eltern an Aids starben südlich der Sahara. Das Ausmaß dieser Katastrophe innerhalb der Bevölkerung lässt sich am Beispiel von Simbabwe darlegen: hier leben 1,3 Millionen Waisenkinder, nahezu jedes vierte Kind hat dort durch Aids seine Eltern verloren.

Die von Herman Gmeiner gegründeten SOS-Kinderdörfer haben sich dem Schicksal dieser Kinder angenommen. In den SOS-Kinderdörfern werden die Aids-Waisen von extra geschulten Mitarbeitern betreut und finden ein neues Zuhause. Auch HIV- positive Kinder, meist wurden sie bei der Geburt oder im Säuglingsalter von Ihrer Mutter beim Stillen infiziert, werden hier aufgenommen und medizinisch betreut.

Im Rahmen der SOS-Familienhilfe leisten die SOS-Kinderdörfer Familien die durch eine HIV- Infektion in Not geraten sind wichtigen Beistand. Die Familien werden im Bedarfsfall mit medizinischer Versorgung, Lebensmitteln, Schulgeld, Ausbildungskursen und Rechtbeistand unterstützt. Das Programm hilft Witwen die ihren Mann durch Aids verloren haben, Großeltern die sich nach dem Tod der Eltern um ihre Enkelkinder kümmern und Jugendlichen die ihre Geschwister nach dem Tod ihrer Eltern aufziehen.

Ferner engagieren sich alle Hermann-Gmeiner Einrichtung in der Aufklärung und Prävention in speziellen Kursen für Kinder, Jungendliche und Erwachsene. Zum einen soll so die weitere Ausbreitung von Aids vermieden werden, aber auch die Ausgrenzung von HIV- Positiven verhindert werden. Weltweit betreuen die SOS- Kinderdörfer inzwischen 130.000 von HIV betroffene Familien und Kinder. Die meisten davon in Afrika.

Bild: SOS – Kinderdörfer / Patrick Wittmann

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