Urlaub – kein Mittel gegen Depressionen

Wer sich übermäßig gestresst fühlt und vielleicht sogar mit Depressionen kämpft, der sollte sich nicht in den Urlaub flüchten. Das zeigt eine aktuelle Studie, denn zum Gegenteil der meisten Vermutungen sorgt ein Urlaub in den meisten Fällen eher für eine deutliche Verschlechterung des Zustands.

Man würde meinen, dass es im Falle von großer Niedergeschlagenheit kaum etwas Besseres gibt, als einmal Abstand zu nehmen, die Koffer zu packen und eine Auszeit zu nehmen. Doch zeigen neue Studien, dass genau diese Vorgehensweise in den meisten Fällen alles bloß noch schlimmer macht und der gegenteilige Effekt eintritt.

Endlich Urlaub

„Ich brauche endlich einmal Urlaub“ – denkt sich so mancher Arbeitnehmer nach stressigen Wochen und überlegt in den freien Minuten hin und her ob sich als Ziel für den Urlaub Kroatien oder doch Spanien besser eignet. Doch wer bei sich Symptome einer Depression feststellt, sollte die Pläne besser erst einmal zur Seite legen.

Bei leichter Überarbeitung oder viel Stress im Job tut oftmals nichts besser als ein paar Tage Abstand und zwar am besten weit weg, in einer entspannten Atmosphäre mit viel frischer Luft und Bewegung. Wer einmal zwei Wochen mit Wanderungen und gemütlichen Stunden im Hotel verbringt, kommt meistens als neuer Mensch zurück in den Job und hat auch eine Menge neue Energie, um wieder auf vollem Tempo durchzustarten. Anders sieht das jedoch aus, wenn man bereits vor dem Urlaub an einer psychischen Erkrankung leidet, denn diese wird in den freien Tagen, in Entfernung zu dem eigenen Zuhause, meistens nur noch schlimmer.

Burn-Out

Auf der einen Seite rückt das Thema immer weiter in den Mittelpunkt der Gesundheitsseiten und -magazine, auf der anderen wird es vielerorts immer noch nicht ausreichend ernst genommen. Denn die häufigste Ursache für das vorzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben sind psychische Erkrankungen, wie Depressionen oder Angststörungen, die jedoch vielerorts trotzdem eher weniger Beachtung bekommen als körperliche Erkrankungen.

Wenn man jedoch Symptome wie anhaltende starke Müdigkeit, Schlafstörungen, Ohrgeräusche, Kopf- und Rückenschmerzen häufig und über einen langen Zeitraum bei sich wahr nimmt, sollte man sich selber unbedingt ernst nehmen und zu einem Arzt gehen, anstatt dem Bedürfnis nach überhöhter Entspannung, Urlaub oder auch viel Schlaf nachzukommen. Denn Schlaf und Urlaub wirken nur depressionsverstärkend, da Depressionen mit einem Verreisen und entfernt vom eigenen Zuhause und mit mehr Zeit zum Nachdenken meistens als noch stärker erlebt werden. Wer sich stark nach Schlaf sehnt, stets erschöpft ist und sich hoffnungslos fühlt, der sollte daher unbedingt einen Arzt aufsuchen und den Urlaub lieber auf einen anderen Zeitpunkt verschieben.

Bild: Gerd Altmann  / pixelio.de

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